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Thursday, February 22, 2007

Saw III

Traurige Frenchise-Fortsetzung
von Burli

Dieser Film ist eine Aneinanderreihung von Gewaltszenen ohne Inhalt. Wer SAW 1 schätzte und von Teil 2 etwas enttäuscht war, sollte von diesem misslungenen Teil WEIT Abstand halten. Die gute, spannende und auch innovative Geschichte, die es im ersten Teil noch gab, fehlt hier nun zur Gänze. Selbst der obligatorische Twist ist vorhersehbar und völlig überzogen. Er wird zudem unnötig lang erklärt - scheinbar für die ganz Dummen. Ist aber egal bei einer pre-sold Frenchise-Fortsetzung. Diejenigen, die über trashige Splatter-Filme lachen können, werden hier ebenfalls nicht bedient.

Aber alle, die humorlose und tabubrechende Gewalt sehen wollen, die sich selbst zelebriert und es schätzen, wenn der Wert eines Menschen in Bild und Ton heruntergespielt und herabgewürdigt wird, können den Film durchaus ansehen. Ich hingegen bereue es zutiefst, diesen Film gesehen zu haben.

Wednesday, December 20, 2006

Little Miss Sunshine

Mit guter Laune aus dem Kino gehen
von Burli

Sympathisch, witzig, charmant - einfach ein netter Film mit feiner Aussage. Grandios gespielt (vor allem die little Miss Sunshine) und ungewöhnlich nah am Leben - aber nur so nah, um auch noch unterhaltsam zu bleiben. Auch Fans der Serie 24 werden einmal schmunzeln müssen. Die Musik gefiel. Mehr gibt es dazu kaum zu sagen, außer: Gute Laune wollen? Film anschauen tun!

007 Casino Royale

Mal ohne Hype betrachtet ...
von burli

Nein, nein, nein! Dieser Film gefiel mir nicht so recht. Von mir aus ein durchschnittlicher, typischer Hollywood-Actionfilm mit teils grandioser Kameraarbeit (vor allem die rasante Eröffnungs-Szene) aber kein James Bond. Der Charme eines galanten Roger Morre oder eines smarten Sean Connery, die selbstironische Darstellung eines Q oder Miss Moneypenny, die trickreichen und raffinierten Gadgets, seltsame, übertriebene, fast lächerliche aber sich dafür für immer in's Hirn brennende Figuren wie ein Beißer - all dies fehlt hier zur Gänze. Manche mögen behaupten, das sei auch gut so. Denn es wurde ja schon lange Zeit für eine Frischzellenkur des Herrn Bond. Da hätte ich ebenfalls nichts dagegen gehabt.

Nur machte sich diese hauptsächlich durch eine fast schon proletenhafte Derbheit eines Terminator-artigen James Bond (Eröffnungsszene: Mit dem Kopf durch die Wand) und pseudomäßigen Realismus á la 24 (Folterszene) bemerkbar. Alte Klischees, wie die chauvinistische Darstellung der Frauen, die darauf beschränkt sind, naiv in der Gegend rum zu sitzen, dabei gut auszusehen und die tollen Männer beim Kartenspiel und bei ihrem „Männerding“ zu bestaunen (von dem sie ja selbst nichts verstehen), werden hingegen weiterhin eifrigst bemüht. Hier ist von einer James Bond-Evolution nichts zu sehen. Zusätzlich hat mich die Geschichte ja ganz und gar nicht reingezogen. Wen interessiert ein lächerliches Kartenspiel in einem Casino? Worum ging es überhaupt? Dazu trübten weiters diverse Szenen, die mit unrealistischen Ansätzen nur so glänzten: So schreibt ein „Geheimagent seiner Majestät“ seine Kündigung mal spontan per E-Mail. Ein paar lieblose Zeilen reichen - dann ist die Sache erledigt. So in etwa stellt sich das wohl ein pubertierender Teenager vor. Aber ich glaube, der Regisseur ist doch bereits erwachsen, oder? Ein Geheimagent zu sein ist wohl eine Entscheidung für’s Leben, ich denke nicht, dass man da so mir nix dir nix einfach kündigen kann, wie einen Job beim McDonalds.

Manche Szenen waren ambitioniert angelegt (die tragische Zusammenbruchszene unter der Dusche), aber haben mich nicht überzeugt. Sie erschienen mir zu geplant, zu aufgesetzt. Wollte da jemand kurzfristig anspruchsvoll sein? Achtung, Spoiler: Ich finde auch, dass zum Schluss nicht unbedingt ein Haus versinken muss, damit es einen Showdown rechtfertigt. Es war einfach unnötig und sah seltsam aus.

Warum gefällt vielen der neue Bond? Weil sich jeder das Schlimmste erwartet hat und weil viele der Ruf aus dem Land der Kritiker, die dann doch von einem Herrn Craig überzeugt waren, ereilt hat, von dem jeder annahm (ein wenig Hype durch die mannigfaltigen Medien, die uns jederzeit anspringen, vorausgesetzt) er trüge die Wahrheit in sich. Vielen Dank – ich entziehe mich hiermit dem Hype und sage, dass dies nicht einmal ein unterhaltsamer Popcorn-Film war.

Friday, October 27, 2006

Klick

Durch's Leben klicken
von burli

Dieser Film mag anmuten wie eine typisch amerikanische Hollywood-Komödie mit Adam Sandler. Das ist sie auch - jedoch mit dem Unterschied, dass sie auch funktioniert. So wie damals in den guten alten Achtzigerjahren, allerdings mit dem feinen Unterschied, dass die Special-Effects bedeutend besser sind und sich die Story unerwarteterweise von der gar nicht mal unlustigen, da nicht allzu klischeehaften Klamotte, zu einem fast etwas rührenden Drama hin wendet (Achtung! Voraussetzung ist natürlich, dass man sich auf den Film einlässt und nicht die üblichen intellekutellen Vorurteile mit Stolz heraushängen lässt) . All dies unterstreicht ein wichtige Message des Films: Liebe, Familie, Freundschaft und Menschlichkeit sollten gegenüber Karriere Vorrang haben und die Konfrontation mit den unangenehmen Dingen des Lebens ist enorm wichtig. So einleuchtend und für die Betroffenen, die in diesem Film kritisiert werden, so einfach zu verstehen, habe ich eine solche Kernaussage selten auf der Leinwand angetroffen. Und das ist auch gut so.

Zudem kommt: Die Twists wussten durchaus zu überraschen, die Special Effects waren für dieses Filmgenre überraschend gut und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt, Adam Sandler darf ein bisserl mehr sein als nur ein liebenswerter Trottel und manche Referenzen zur heutigen Gesellschaft (darunter auch gar nicht mal so überzeichnete Anspielungen auf unsere Home-Cinema-Gewohnheiten) waren sogar auf mehreren Ebenen verständlich und durchaus witzig. Aber auch das Casting (darunter Christopher Walken) wusste zu überzeugen.

Fazit: Unterhaltsam, nachdenklich stimmend und gar nicht mal so abgedroschen. Danke für diesen Film, der es geschafft hat, mich durchaus zu vereinnahmen, abzulenken und dennoch zum Nachdenken anzuregen oder besser: mich in meiner bisherigen Gesellschaftskritik zu bestätigen. Kein Meisterwerk aber ein sehr netter Film.

Friday, October 20, 2006

Opinion on IMDB: Monster (englisch)

My personal opinion of "Monster"
by burli

Aileen was abused by society and life - that's the main focus of the film. There was a reason they showed her trying to get a life, find a job, but truth is: Even if you try to become a straight person, even if you are willing to find a job and get a life, it seems, there is no chance at a certain point. This society is solving problems by executing a "bad person" rather than becoming empathetic for a human beeing and their history. It's easy to say that it was wrong what she did and to simply kill her. And what she did was wrong, yes, but society, her parents and her experiences in life made her become a "Monster". It is the whole point of the movie in my opinion: Society can grow monsters.

In my opinion, the reason she did murder these men was because of the character Christina Ricci was playing so excellent. She did it all for her since for the first time she felt like she was able to care for someone, to protect the aspects in life that are beautiful and harmless. She found love in this relationship and this feeling was so strong that she did everything not to loose it again.

If a person does horrible things like Aileen did than you need to ask why. We are living in 2007, we read lots of books, we have a proper education, we have scientists, we have psychologists, we have therapies, we have realized that there is always a reason why people do bad things. We should at least try to use some of the psychologic knowledge instead of executing people that we do not want in our society because they did something wrong in our point of view. You know, most of us live a good life, we have a job, a family, a house with garden (I know that's clichee but you can probably guess what I try to say with that) - we cannot imagine how we would feel when we had a life like Aileen had. She murdered because she was fighting for love and for a good life - there are soldiers killing children and innocent people in war and noone even knows about it.

You could say that there are other persons who had a similar life to Aileen but did not harm anyone. But that's because everyone's different. I know this is still hard to understand for most people even today: but it is a fact. When we are children we do not realize that it hurts someone else when we harm him/her. The simple reason for that: It does not hurt you if you hurt someone else. By growing older you suddenly realize that others feel similar to you and that you are not the only real person living in this world. All other persons also have a personality like you do, they also have feelings that you have. But that's not quite right: It's not enough to understand that others feel like you do. Because they do not. The might feel different than you!

So the real challenge is to realize that they have feelings like you do, but that they are all different and depend on their individual personality. So you need to find out first, who you have in front of you. It's not that easy to say: Ok, when I was child I was not aware of the feelings of other human-beeings, but now I am an adult, I am mature and wise, I know that they feel like me. WRONG!

Black Dahlia

Grand Guignol oder Film Noir?
von burli

Für einen Film Noir nicht düster genug, für realistische Spannung zu klischeehaft, für einen stillvoll überzeichneten Film über die 40er Jahre nicht klischeehaft genug, für einen Dialogfilm, der von Charakteren lebt, nicht authentisch genug, für einen Thriller nicht spannend genug. Was dazu fehlte, waren glaubwürdige Schauspieler und vor allem eine Identifikationsfigur. Wenn der Herr Eis nicht einmal dazu in der Lage ist, seinen Feuer-Kumpel unter vier Augen zu fragen, warum er denn in letzter Zeit so mies drauf ist, dann tue ich mir schon schwer, mich mit einem dermaßen unverständlichen Verhalten zu identifizieren. Weiters starrt eine Frau Johansson nur naiv durch die Gegend (oder vielleicht ins Narrenkasterl gar?), hat dabei das Goscherl leicht offen und ist anscheinend der Meinung, dass es reicht, pseudo-stillvoll eine nach der anderen zu rauchen um geheimnisvoll zu wirken. Auf ihr – meiner Meinung nach völlig aus der Zeit gerissene - Zitat: “Auf meine Supercops!“ möchte ich gar nicht näher eingehen.

Der Film an sich ist weiters verworren, verlangt einem nicht hoch konzentrieren Zuschauer zu viel ab, schlägt mit den Handlungssträngen über die Stränge (kleiner Wortwitz, Sie verzeihen), hält aber weder die Begeisterung noch die Spannung des Publikums bei der Stange. Mitten im Film vergisst man fast, worum es geht und dass die einzelnen Fäden in der unwirklich anmutenden und unter Twist-Zwang leidenden Geschichte zum Schluss zusammenfinden, ist einem nach einer unfreiwilligen Langeweile-Kur schon fast wieder egal. Schade darum. Weiters hätte man auch auf Details Rücksicht nehmen müssen: Der gezeigte „Porno“-Film sah aus wie ein Film aus der Gegenwart jedoch etwas kontrastreicher und Schwarz Weiß. Dabei hätte dem Filmteam doch spätestens beim Dreh der Szene im Kino, wo ein authentischer Film der damaligen Zeit benutzt wird, auffallen müssen, wie so etwas wirklich aussehen muss, um realistisch zu wirken.

Dennoch waren bei Black Dahlia annehmbare Ansätze drinnen und auch Szenen, die ich für sehr gelungen halte wie z.B. die Ich-Perspektive und das dabei mit satirischen Untertönen gezeigte Familien-Szenario, der Boxkampf, die Entdeckung der Hütte in Hollywoodland und deren abgründige Wirkung, die gut aber nicht perfekt eingefangen wurde (da sie durchaus noch unmittelbarer hätte sein können, ein Lynch hätte hier dem Palmenwedler einige Tipps geben können) oder auch so manche – wenn auch ins karikierte Klischee abdriftende – Darstellung der 40er Jahre mit samt ihren Requisiten, die aber doch besser in ein Theater (aber auch wieder nicht in’s Grand Guignol) gepasst hätte.

Mini-Review: The Sentinel

Lupenreine Fadesse
von burli

Ich mag den Bauernbua aus 24, mehr noch: er ist saucool. Dieser Film muss sich den Vergleich mit der brillianten Serie daher gefallen lassen, denn er schlägt thematisch in die selbe Kerbe - hervor bringt er jedoch meiner Meinung nach lupenreine, naiv gebrachte und zur Volkommenheit gereifte Fadesse. Schod.

Ein perfekter Platz / Fauteuils d'Orchestre

Die Freiheit der Kunst
von burli

Ich fand: Ein feiner, charmanter Film mit Fokus auf Dialog und Charakterzeichnung. Die den Film tragenden Personen sind wunderbare Schauspieler, sehr glaubwürdig (im Sinne dessen, dass darüber eine Ich-sehe-dennoch-einen-Film Folie darüberliegt). Im weitesten Sinne geht es um a liabes französisches Madl, das in einem Café in der Nähe eines Theaters in das Leben verschiedener Künstler (Pianist, Schauspielerin) und in einen Vater-Sohn Konflikt gerät und dabei eine Art Bindeglied-Funktion übernimmt.

Doch der wahre Stoff dieses Schauspiels widmet sich der Befreiung der Kunst. Das Ablegen von Gekünsteltheit, nicht hinterfragten Traditionen und Upper Class Verhalten, das eine Beziehung mit der Kunst und Kultur beanspruchte. Kunst soll für jeden potentiellen Liebhaber dieser zugänglich sein und nicht durch ein künstlich geschaffene (oder durch Vermögen abgrenzbare), gesellschaftliche Hierarchie in Etagen unterteilt werden. Und die Aussage find’ ich gut! ;-)

Einziger Kritikpunkt: Der Film baut, wie viele französische Filme, den Paris-Bezug samt seiner Klischees zu oft ein (z.B. die Musik) und: die Hauptperson hatte mir zu wenig Persönlichkeit bzw. wusste ich nicht um ihre Motive, Beweggründe oder Absichten.

Miami Vice

Fades Miami
von burli

Hab den Film einfach fad gefunden. Nicht realistisch genug (obwohl das offensichtlich der Ansatz war), um spannend zu sein, nicht unrealistisch genug, um unterhaltsam zu sein. Der Film hat seine Momente, so sind manche Szenen sehr atmosphärisch eingefangen, gleichzeitig sind viele davon auch sehr rauschig und das gefällt mir persönlich wieder nicht so gut, obwohl es prinzipiell nicht immer Hochglanz-Optik sein muss, die mich betört. Die Chemie zwischen Farrell und Foxx stimmt nicht. Es war mir nicht möglich, mich in die aufgesetzten Charaktere einzufühlen. Interessante Dialoge und Szenen hätten dies ermöglichen können. Cool habe ich sie auch nicht gefunden, sie haben mehr einen unsicheren Eindruck auf mich gemacht als einen verwegenen. Für Miami Vice Fans ist's sowieso enttäuschend.

Hätte man einen Film gemacht, der Miami Vice in die heutige Zeit versetzt, dann hätte er vielleicht interessant sein können. Designerklamotten und coole Sonnenbrillen gibt es auch im Jahre 2006 und nicht nur in den 80ern. Zwar wurde dies ansatzweise berücksichtigt, dennoch macht sich dies in der Handlung kaum bemerkbar. Ein wenig Humor hätte auch nicht geschadet. Schade um den Film, er hätte meiner Meinung nach nicht gemacht werden müssen.

Zum Schluss noch eines: "Sind sie etwas vom FBI? Sind sie verkabelt?" - Dieser erheiternde Dialog kam ja wie aus heiterem Himmel. Wie naiv ist denn das gedacht? Indem sie dies sagen, kann es ja unmöglich der Fall sein, dass sie selbst Bullen sind? Genial hätte ich gefunden, hätten die Verbrecher dies durchschaut, sie in eine Falle gelockt, eine Knarre vor das Gesicht gehalten und zum Miami Vice Duo gesagt:"Haltet ihr uns echt für so naiv?". Peng! Dann wär's realistisch gewesen.

Crank

Crank
von burli

Ein herrlicher Film, gemacht von Action-Cracks für Action-Cracks. Ganz bewußt wird hier zitiert - für alle, die sich in diesem Genre wohl fühlen und politisch unkorrekte, Over-The-Top-Unterhaltung lieben und manchmal einfach deswegen in's Kino gehen, um den Kopf leer zu bekommen. Dieses Popcorn-Meisterwerk ist für mich ein unmoralisches Feuerwerk an Gesten, Anspielungen, stilistischen Akzenten, Action-Einlagen, Stunts und Sprüchen aus dem Action-Kino der letzten 20 Jahre. Eine unbedingte Empfehlung für Action-Crackheadz - anschnallen, Kopferl abdrehen und freuen!

Volver

Volver wäre gern besser als er ist
von burli

Ich mag intellektuelle und feinsinnige Filme, die mich berühren. Ich mag überhaupt spanische Filme sehr gerne. Aber dieser Film war einfach fad. Weder Fisch noch Fleisch. Für eine rabenschwarze Komödie waren die Themen zu ernsthaft und haben jeglichen Ansatz von Unterhaltung im Keim erstickt. Habe ich mich geirrt? Ist es am Ende ein realistischer, ein dramatischer Ansatz, den dieser Film verfolgt? Glaube ich kaum, denn die Reaktionen auf gewisse Geschehnisse (Achtung Spoiler: z.B., dass es die Tochter am nächsten Tag eigentlich scho wieda ganz guad verdaut hatte, ihren „Vater" ermordet zu haben, nachdem dieser vorhatte, sie zu vergewaltigen) waren dann doch etwas plump und fern der Emotionswirklichkeit. Auch Penelope beschäftigt sich ja nicht weiter damit - die Hauptsorge gilt dann ja nur mehr der Entsorgung ihrer Sorgen bzw. der Leiche.

Der Film beinhaltet unnötige Szenen, mir fehlt der rote Faden sehr. So ist mir z.B. nicht klar, warum der Handlungsstrang mit dem Filmteam (und auch dem Typen vom Filmteam, der sich scheinbar in die liabe Penelope verguckt hatte) die Begeisterung für das Restaurant usw. überhaupt aufgetan hat. Er spielte später keine Rolle mehr. Soll der Film einfach nur einen möglichen Alltag zeigen, der eben nicht so rabenschwarz ist wie in Kinofilmen? Wurde mit Ideen der Zuschauer gespielt, sollte man denken, die Leiche wird nun gekühlt, um sie dann an das 30köpfige Filmteam zu verfüttern? Soll der Film zeigen, dass Menschen ihre kleinen, dreckigen Geschichten sowieso alleine regeln können? Braucht man also eigentlich auch keine Polizei? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, die Polizei nach dem Vorfall zu verständigen? Es war ja wohl ein Unfall und die Tochter noch minderjährig, oder? Was hätte ihr denn schon groß passieren können? Was will der Film aussagen?Fakt ist: Er ist mir zu sehr auf der Oberfläche dahin geschwommen und wird damit den schweren Themen (menschliche Abgründe) nicht gerecht.

Weiters zaaaht sie da Füm wie a Nudelteig. Unnütze Szenen, Dialoge, die einem nichts mit auf dem Weg geben nach dem Kino, zu langatmige Dialoge, wenig Charme. Er hatte aber auch seine Momente. Mir gefiel z.B. das Lied, das Penelope zum Besten gab. Es war nicht nur grandios und wahnsinnig charmant gesungen, sondern es löste tatsächlich starke Gefühle in mir aus. Weiters habe ich auch die Szene zu schätzen gewusst in der Penelope das Blut aufwischt. Es wurde sehr lange und detailliert gezeigt, wie die Realität nun eben aussieht, wenn so etwas passiert. Irgendwie finde ich gut, Dreckiges zu zeigen und nicht - wie es bei Hollywoodfilmen üblich ist - einfach unter den Teppich zu kehre. Man geht dann auf dem Teppich ja eh nur unbequem, da er sich durch die vielen weggeleugneten Abgründe und Facetten der Menschen, die darunter gekehrt worden sind, immer stark zu wölben beginnt.